Das Global Women’s Justice Network war eine der mitwirkenden Organisationen bei der Protest- und Solidaritätsveranstaltung am 15. August 2026 in Genf, Schweiz, vor dem Sitz der Vereinten Nationen. Gemeinsam mit Menschen aus verschiedenen Teilen der afghanischen Gesellschaft wurde dabei die Stimme der Bevölkerung Afghanistans, insbesondere der Frauen und Mädchen, erneut sichtbar und hörbar gemacht.
Die Veranstaltung diente der Forderung nach Gerechtigkeit und der Bekundung der Solidarität mit der Bevölkerung Afghanistans. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekräftigten erneut ihren Einsatz für die Rechte und Freiheiten der Menschen in Afghanistan und verurteilten die repressiven Maßnahmen sowie die systematischen Menschenrechtsverletzungen durch die Taliban.
Würdigung von fünf Jahren Kampf und Widerstand afghanischer Frauen Zum Abschluss der Veranstaltung würdigte das Global Women’s Justice Network den mutigen Kampf und den Widerstand der afghanischen Frauen während der vergangenen fünf Jahre. Trotz Unterdrückung, Bedrohungen, Einschränkungen und der systematischen Verweigerung grundlegender Rechte haben Frauen in Afghanistan ihren Einsatz für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung fortgesetzt.
Das Global Women’s Justice Network bekräftigte seine Unterstützung für diesen Weg und rief die Menschen Afghanistans innerhalb und außerhalb des Landes dazu auf, ihre friedlichen und zivilgesellschaftlichen Aktivitäten für Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenwürde fortzusetzen.
Von der Afghanischen Frauenbewegung für Gerechtigkeit zum Global Women’s Justice Network Die Afghanische Frauenbewegung für Gerechtigkeit entstand nach der Rückkehr der Taliban an die Macht am 15. August 2021 spontan in Kabul. Sie nahm ihre Arbeit auf, um die Rechte und Freiheiten der Frauen und Mädchen in Afghanistan zu verteidigen und ihre Stimmen sichtbar zu machen. Angesichts der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen sowie der aktuellen Situation wird die Bewegung ihre Aktivitäten künftig offiziell unter dem Namen „Global Women’s Justice Network“ fortsetzen. Das Netzwerk wird seine Arbeit sowohl innerhalb Afghanistans als auch in verschiedenen Ländern der Welt weiterführen. Es setzt sich dafür ein, die Stimmen der afghanischen Frauen und der Bevölkerung Afghanistans auf nationaler und internationaler Ebene zu stärken und die Forderungen nach Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichberechtigung und Menschenwürde weiterzutragen.
Dank und Anerkennung Das Global Women’s Justice Network spricht Herrn Hossein Sharifi, Menschenrechtsaktivist und ehemaligem Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte, seinen aufrichtigen Dank und seine Anerkennung aus. Er hat im Namen des Netzwerks einen wichtigen Beitrag zur Organisation und Koordination dieser Veranstaltung geleistet.
Unser besonderer Dank gilt auch Frau Aryana Sayeed, der bekannten afghanischen Sängerin und besonderen Ehrengästin der Veranstaltung. Sie stand an diesem Tag solidarisch an der Seite der afghanischen Bevölkerung und präsentierte ihr neues Lied „Frau, Leben, Frau, Freiheit“. Darüber hinaus leistete sie einen wertvollen Beitrag zur Durchführung und Unterstützung der Veranstaltung.
Die Stimme der afghanischen Frauen – die Stimme für Gerechtigkeit und Freiheit Trotz der schwierigen Bedingungen und der zahlreichen Herausforderungen, mit denen Frauen in Afghanistan konfrontiert sind, setzen sie ihren Kampf auf unterschiedlichen Wegen fort, um Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichberechtigung und ihre grundlegenden Menschenrechte zu erreichen.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Protestparolen gerufen, um erneut an den Kampf und den Widerstand der afghanischen Frauen zu erinnern und ihre Stimme in der internationalen Öffentlichkeit hörbar zu machen.
Als Ausdruck der gemeinsamen Stimme und des Schmerzes der Frauen Afghanistans teilen wir abschließend dieses Gedicht:
«Verdreifacht den Strahl meines Schmerzes mit der Qual, damit ihr das Ausmaß meines Leidens berechnen könnt. Zeichnet den engen Raum meines Herzens zerbrochen, zerstört die geschwungenen Linien meines Lachens.
Der Klang meines Namens wird von Termiten zerfressen, nennt mich bei einem anderen Namen als diesem. Über die überholte Logik des Todes lache ich nun, überzeugt mich auf eine andere Weise.
Bevor ich in der Erstarrung der Stille zu Stein werde, lasst mich durch den Atem der Gerechtigkeit schmelzen. Lasst die stählerne Beharrlichkeit meines Schweigens im Feuer eures Schreis schmelzen.
Die Ausdruckskraft meines Leides wird sich verbreiten, wenn ihr den Text meines Schweigens zum Schrei macht.»
Global Women’s Justice Network Genf, Schweiz | 15. August 2026

Aktivist:innen des Global Women Justice Network vor dem UNO Hauptgebäude in Genf

Aziz Gull Afghan Bek Redebeitrag