Presseinformation 26.04.2026
10 Jahre Bewegung für die Menschenrechte - Fest am Weltflüchtlingstag in Tübingen
"beweg dich" am 20. Juni" Der Verein move on - menschen.rechte Tübingen e.V. feiert in diesem Jahr sein 10-jähriges Bestehen. Dies wird am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der UNO, mit der Veranstaltung "beweg dich – ein Fest für das Recht auf Bewegungsfreiheit und alle anderen Menschenrechte" in der "Panzerhalle" im Französischen Viertel in Tübingen begangen. Geplant ist ein buntes Programm mit Workshops, Infoständen, Ausstellungen und Kinderprogramm am Nachmittag und am Abend wird es Redebeiträge, Theaterperformances und Musik geben. Als Hauptredner wird Tsafrir Cohen, Geschäftsführer von medico international, einen Vortrag über "Menschenrechte und das Schleifen des Völkerrechts" halten. Das (bisher feststehende) Programm ist auf der Homepage https://menschen-rechte-tue.org einsehbar. Der Verein, der aus dem 2015 entstandenen Arbeitskreis Flüchtlingshilfe im Französischen Viertel hervorgegangen ist, hat sich zu einer profilierten und überregional tätigen Organisation im Bereich der Flüchtlingshilfe und der Menschenrechtsarbeit entwickelt. Seit 2020 betreibt move on die Beratungsstelle Plan.B und seit 2021 leistet der Verein humanitäre Hilfe in Afghanistan und war eine Meldestelle im Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan.
Mitgliederversammlung am 24. April: Spendenrekord und drohende Kürzungen Bei der Mitgliederversammlung des Vereins am 24. April berichtete Geschäftsführer Andreas Linder, dass move on im Jahr 2025 mit rund 115.000 Euro die bislang höchsten Einnahmen aus Spenden erzielen konnte. Neben einer Großspende habe es über 700 Einzelspenden von solidarischen Menschen gegeben. Mit diesen Spenden konnte in beträchtlichem Umfang humanitäre Hilfe geleistet werden. Hierfür dankten Vorstand und Geschäftsführung allen Spender:innen. Gleichzeitig kämpft der Verein gegen die Bedrohung seiner Existenz, denn für die Aktivitäten wie "Plan.B" und "save our future" gäbe es viel zu wenig öffentliche Förderung. So seien etwa bei Plan.B vier Berater:innen und mehrere Hilfskräfte im Jahr 2025 auf ingesamt 1,38 Stellen, jeweils geringfügige Teilzeitstellen, tätig gewesen, obwohl sie alle mehr als Vollzeit arbeiteten. Für das Jahr 2026 und danach stellt sich der Verein auf weitere Reduzierung der Personalstellen ein, denn statt besserer Förderung drohen Kürzungen. Die Stadt Tübingen hat dem Verein bereits ab Haushaltsjahr 2026 die Regelförderung auf die Hälfte gekürzt. Der neu beim Landkreis gestellte Antrag für Plan.B wird im Topf der "Freiwilligkeitsleistungen" verhandelt, zu dem ebenfalls bereits Kürzungen in den Raum gestellt wurden. Da auch bei den Einnahmen über Spenden und Mitgliedsbeiträge realistischerweise mit einem Rückgang zu rechnen sei, drohe dem Verein "eine Saure-Gurken-Zeit", so Andreas Linder, "aber wir wollen und werden dem Rassismus und Rechtsruck weiterhin die Stirn bieten". Bei der Mitgliederversammlung wurden Jutta Baitsch und Marianne Mösle als Vorsitzende wiedergewählt. Die Lehrerin Ingrid Ertinger wurde neu in den Vorstand gewählt, sie ersetzt Anna Mayer, die aus privaten Gründen nicht wieder kandidierte. Der Jahresbericht 2025 ist auf der Homepage https://menschen-rechte-tue.org einsehbar..
Frau - Leben – Ausbildung?! Im Rahmen des Projekts "save our future" unterstützt der Verein seit über einem Jahr gut gebildete afghanische Frauen, die in Afghanistan keine Rechte und keine Zukunft haben, aber in Aufnahmeprogrammen nicht berücksichtigt wurden. Für Anfang Mai wird die Einreise der ersten vier Frauen erwartet, die vor Kurzem von der Deutschen Botschaft in Islamabad ein Ausbildungsvisum erhalten haben. Weitere drei Frauen, die in Afghanistan leben und die bereits Vorabzustimmungen der Ausländerbehörden für das Visum haben, können derzeit aufgrund des Grenzkriegs nicht zur Deutschen Botschaft nach Pakistan reisen. Weitere zwei Frauen, die Ausbildungsverträge von Betrieben aus der Region erhalten haben, werden von den Behörden trotz der täglichen Gefahr der Abschiebung nach Afghanistan leider noch hingehalten und es bleibt unsicher, ob sie rechtzeitig vor Beginn der Ausbildung einreisen können. Weitere ca. 20 Frauen nehmen an Online-Deutschkursen des Projekts teil und bereiten sich für Ausbildungsvisa vor. Zur Unterstützung einer Familie, für die der Verein einen Antrag im Bundesaufnahmeprogramm Afghanistan gestellt hatte und die sich weiterhin in einem harten Rechtsstreit mit der Bundesregierung befindet, betreibt der Verein derzeit eine Online-Petition mit Unterschriftensammlung. Mehr Informationen über dieses Projekt: https://sof.menschen-rechte-tue.org